Jahresbericht 2003

Unser Anliegen – Zufriedene Klienten

Positive Rückmeldungen

Unsere Arbeit wird von den Klienten geschätzt. Wir erhalten viele positive Rückmeldungen. Sie bedanken sich für die erhaltene Hilfe, berichten über einen guten Therapieverlauf oder melden, dass alle Stellen gut zusammen gearbeitet haben, so dass sie mit der Aufarbeitung des Geschehenen beginnen konnten. In der Begleitung übernehmen die Klienten immer stärker wieder ihre Selbstbestimmung, was für uns ein gutes Zeichen der professionelle Hilfe ist. Das freut uns sehr und gibt Kraft, uns weiterhin voll einzusetzen. Die Rückmeldung, was nicht gut gelaufen ist, was gefehlt hat, ist uns sehr wichtig, um die Hilfe optimieren zu können. Schwachstellen werden erkannt und verbessert.

Diese Wertschätzung der Klienten ist nicht selbstverständlich. Sie sind das Resultat einer nach den Bedürfnissen der Opfer ausgerichteten, professionellen Beratung:

  • Bei Gefährdung wird in kurzen Intervallen telefonisch nachgefragt.
  • In jedem Gespräch, telefonisch oder persönlich, wird die Befindlichkeit der Opfer überprüft und allenfalls die Hilfeleistungen angepasst.
  • Nach jedem Gespräch und beim Abschluss der Beratung wird nach der Klientenzufriedenheit gefragt und im Protokoll festgehalten.
  • Nach Abschluss des Falles werden die Klienten angefragt, ob noch offene Fragen sind und ob die Akten abgeschlossen werden können.

Fingerspitzengefühl ist gefragt

Empathie und Sympathie sind bei der psychologischen Hilfe und Beratung sehr wichtig. Nicht jedes Opfer fühlt sich bei uns gut verstanden. Dies trifft vor allem auf einen Kliententypus zu, der schon auf vielen Stellen war und noch nie seiner Erwartungen und Vorstellungen nach Hilfe erhalten hat. Oft kann eine Opfersituation zu einer weiteren Verengung der Sichtweise führen, so dass das Opfer mit allen Stellen Differenzen hat. In solch einem Fall versucht die Beraterin, dem Opfer eine andere Sichtweise aufzuzeigen: Von der Perspektive der Rache und Strafe weg auf einen Weg, der aus der Opfersituation hinausführt.

Drei bis vier Fälle pro Jahr verlangen von den Beraterinnen und Beratern viel Fingerspitzengefühl und eine ausgesprochen hohe Geduld. Sei es, weil die Klienten sehr schwierig sind, oder die Situation, die durch die Straftat verursacht wurde, sehr schwer aufzufangen ist. Da wir im Team arbeiten, können sich die Berater und Beraterinnen gegenseitig entlasten, wenn sie an ihre Grenzen stossen.

Vernetzung mit anderen Stellen

Damit der Klient bestmöglich betreut wird, müssen die verschiedenen Stellen untereinander gut kommunizieren und sich voneinander klar abgrenzen. Die optimale Hilfe verlangt von den Behörden, Beamtinnen, Polizisten, Sozialberaterinnen, Frauenhäuser, Verhöramt und Richter, dass sie Hand in Hand arbeiten. So kann das Opfer im Leben möglichst bald wieder Tritt fassen kann.

In den vier Jahren unserer Arbeit hat sich vieles zum Vorteil der Opfer und seinen Angehörigen verändert, weil die Beratung und die Vernetzung im Kanton Schwyz eine hohe Qualität aufweist. Alle Berater verfügen über ausgesprochen viel Wissen über Zusammenhänge und Adressen, wo weitere Hilfe geholt werden kann. Dies in allen Bereichen der Opferhilfe. Zudem sind neue Sozialstellen geschaffen und professionalisiert worden und die Opferrechte werden besser beachtet und durchgesetzt. Die Vernetzung der Opferhilfe mit allen Stellen im Kanton ist sehr gut und trägt viel zu unserer Klientenzufriedenheit bei.

Wunsch

Gerade im Bereich der Soforthilfe sind wir sehr schnell und effizient. Das Opfer erhält rasche und unkompliziert Schutz und Nothilfe. Möglich ist dies einerseits durch die Gesetzgebung, die ausgesprochen fortschrittlich ist, anderseits durch den Kanton, der viel zur Umsetzung beiträgt.
Das Opferhilfegesetz wird nun revidiert. Es ist zu hoffen, dass nicht aus Spargründen wichtige Hilfen gestrichen werden.
Wie in anderen Sozialbereichen, IV und Sozialhilfe ist der Schwerpunkt in die Soforthilfe und Unterstützung zu legen, um den Klienten nicht ‚künstlich’ in eine langen Abhängigkeit zu bringen.

Auszug aus der Statistik 2003
200120022003
Beratungen
Eingegangene Meldungen212246268
Beratungen der Opferhilfe131126154
Beratungen der Vorjahre523940
Abgeschlossene Fälle60128118
Kinder311522
Jugendliche343032
Frauen113165161
Männer839175
CH Frauen76102108
Ausl. Frauen375957
CH Männer484352
Ausl. Männer353239
    in %    in %    in %
Art der Straftaten
Strassenverkehrsunfälle3319%2314%2613%
Körperverletzung/Gewalt3820%3420,5 %4021%
Häusliche Gewalt4225%5432,5 %6634%
Sex. Handlungen mit Kindern2917%2414,5 %2513%
Sexualdelikte63%95,5 %84%
Übrige2216%2113%2915%
Vermittelte Hilfe
Juristische667976
Ärztliche81022
Therapeutische265867
Soziale264142
Materielle161119
Schutz und Unterkunft164526
Frauenhausaufenthalte/Fam.1376
Schutz des Kindes142124