Was die Frau bei Gewalt in der Partnerschaft wissen muss

Hier bekommen sie Unterstützung und Beratung:

  • Sozialdienst der Gemeinde und Frauenberatungsstellen
  • Opferberatungsstelle des Kantons
  • Polizei, Tel. 117
  • Frauenhäuser, 24 Std. tel. Beratung (Frauenhaus Luzern: Tel. 041 360 70 00)
  • Die dargebotene Hand Tel. 142, 24 Std. tel. Beratung (alle Adressen und Telefonnummern erhalten sie unter dieser Nummer)

Grundsätzlich gilt: „ wer schlägt – der geht“, zögern sie nicht bei Gefahr die Polizei, Tel. 117, zu holen.

Falls der Gewaltausübende verhindert, dass sie zum Telefon gehen, vereinbaren sie mit einer vertrauensvollen Nachbarin/Nachbar ein Zeichen, damit diese die Polizei holen kann.

Suchen sie, bevor es akut wird, eine Beratungsstelle auf.

Wenn sie sich entschliessen, die gemeinsame Wohnung zu verlassen:

Der Schutz und die Sicherheit der Frau und der Kinder sind das Wichtigste. Suchen sie Unterschlupf bei einer Nachbarin oder Freundin, melden sie sich bei einer Opferberatungsstelle oder beim Frauenhaus.

Gewalt ist nie gerechtfertig, egal was vorgefallen ist. Schützen sie sich und die Kinder, rufen sie die Polizei an. Schildern sie kurz die Situation. Packen sie das Nötigste für sie und ihre Kinder. Denken sie an Gegenstände des persönlichen Gebrauchs und an das Lieblingstier der Kinder. Nehmen sie unbedingt die wichtigsten Dokumente für sie und ihre Kinder mit: Ausländerausweis, Aufenthaltsbewilligung, ID, Krankenkassenausweise, etc.. Informieren sie höchstens eine gute Freundin von ihrem Vorhaben. Sagen sie nicht, wohin sie gehen. Lassen sie keine Notizen oder Telefonnummern liegen.

Das sind ihre Rechte:

Hilfe holen: sie dürfen die Polizei holen. Diese kann ihren Partner bis zu 48 Stunden in Haft nehmen. In dieser Zeit suchen sie eine Opferberatungsstelle auf, an Wochenenden wenden sie sich an ein Frauenhaus.

Strafanzeige: Sie können jederzeit Strafanzeige erstatten. Häusliche Gewalt ist seit Anfang 2004 ein Offizialdelikt. Gewalt lässt sich nicht rechtfertigen, wer schlägt ist nie im Recht!

Trennung: Sie können beim Gericht ihres Bezirks Eheschutz beantragen. Dort verlangen sie dringende Massnahmen. So zum Beispiel, dass ihr Partner sofort die gemeinsame Wohnung verlässt, dass ihre Kinder unter ihrer alleinigen Obhut bleiben und dass die Unterhaltsbeiträge festgelegt werden.

Verletzungen: Suchen sie unbedingt einen Arzt auf, der die Verletzungen bestätigt.

Kinder: wenn sie von Gewalt bedroht werden, dürfen sie jederzeit und ohne Voranmeldung die gemeinsame Wohnung mit ihren Kindern verlassen und sich und die Kinder in Sicherheit bringen. Kinder, die miterleben müssen, wie die Mutter vom Vater bedroht, geschlagen, gestossen oder getreten wird, sind in ihrem Wohl gefährdet. Sie dürfen die Kinder mitnehmen, auch wenn sie den Vater-Kinderkontakt einschränken. Das Wohl und der Schutz der Kinder gehen hier vor!

Links: www.frauenhaus-luzern.ch

Selbstverteidigung für Frauen: www.wendo.ch, www.pallas.ch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.